Buteyko-Atmung

Aug. 28, 2025 | Epilepsie Hilfsmittel | 0 Kommentare

Buteyko-Atmung

Aug. 28, 2025 | 0 Kommentare

Wie du durch Atmung Stress abbaust und dein Nervensystem beruhigst.

Vielleicht hast du schon von der Buteyko-Methode gehört, oder vielleicht ist sie für dich völlig neu. In beiden Fällen lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn diese besondere Atemtechnik kann mehr, als du denkst: Sie hilft dir, Stress abzubauen, dein Nervensystem zu beruhigen, und sie kann somit bei Epilepsie unterstützend wirken. In diesem Beitrag wollen wir uns genauer anschauen, was die Buteyko-Atmung ist und wie sie angewendet wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Buteyko-Atmung?

Die Buteyko-Methode wurde in den 1950er Jahren vom ukrainischen Arzt Konstantin Buteyko entwickelt. Er stellte bei vielen seiner Patient:innen fest, dass sie zu viel und zu schnell atmeten, was er als chronische Hyperventilation bezeichnete.

Sein Ansatz: Wenn du deine Atmung bewusst verlangsamst und reduzierst, kannst du dein gesamtes Körpersystem beruhigen.

Es heißt oft: Tief durchatmen hilft! Aber bei der Buteyko-Methode geht es nicht um tiefes Einatmen, sondern um ruhige, flache, kontrollierte Atemzüge; durch die Nase, nicht durch den Mund.

Ziel ist es, den Kohlendioxidspiegel (CO₂) im Blut leicht zu erhöhen, und das ist gewollt. Denn CO₂ ist kein Abfallprodukt, wie viele denken, sondern ein wichtiger Regulator in deinem Körper. Es hilft, die Sauerstoffaufnahme in den Zellen zu verbessern und wirkt direkt auf dein zentrales Nervensystem.

Wie funktioniert die Buteyko-Atmung konkret?

Die Grundprinzipien der Buteyko-Atmung sind einfach:

  • Atme durch die Nase, nicht durch den Mund, auch beim Sprechen, Schlafen und Sport, so gut es geht.
  • Vermeide tiefes Atmen, stattdessen atme sanft und flach, so, dass sich deine Brust kaum hebt.
  • Halte kleine Atempausen zwischen den Atemzügen, um deine Toleranz für CO₂ zu erhöhen.
  • Lerne die sogenannte Kontrollpause, mit der du dein Atemmuster einschätzen und verbessern kannst.

Ein einfacher Einstieg: Atme normal aus, halte dann die Luft an und stoppe die Zeit, bis du den ersten leichten Atemimpuls spürst. Diese Zeit, meist zwischen 10 und 40 Sekunden, nennt man Kontrollpause. Je höher die Zahl, desto besser dein CO₂-Gleichgewicht.

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Warum ist das gerade bei Epilepsie spannend?

Als jemand mit Epilepsie weißt du, wie wichtig es ist, Trigger zu minimieren, das Nervensystem zu stabilisieren und Stress zu vermeiden. Genau hier kann die Buteyko-Atmung ein unterstützender Baustein sein.

Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass regelmäßige Buteyko-Praxis

  • Stressreaktionen im Körper reduziert
  • den Vagusnerv aktiviert, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist
  • Hirnwellen stabilisieren kann, was bei bestimmten Anfallsarten relevant sein kann
  • die Atemmuster normalisiert, was besonders bei Menschen mit stressbedingtem Hyperventilieren wichtig ist
  • die CO₂-Toleranz verbessert, was das Gehirn widerstandsfähiger gegenüber Anfallsauslösern machen kann

Natürlich ist Buteyko kein Ersatz für Medikamente oder medizinische Betreuung, aber es kann eine sinnvolle Ergänzung sein, gerade wenn du auf der Suche nach sanften Wegen bist, deine Lebensqualität zu verbessern.

Wie du starten kannst

Wenn du neugierig bist, probiere es vorsichtig aus. Am besten beginnst du in ruhiger Umgebung, vielleicht morgens oder abends. Es gibt mittlerweile gute Apps, Bücher und auch Videos zur Buteyko-Methode.

Ich selbst bin ja ein großer Bücher-Fan und lese sehr gerne. Ich kann besonders folgendes Buch empfehlen:

Buch Die Buteyko Methode

Achte aber darauf, dass du dich nicht überforderst.

Besonders bei Epilepsie ist es wichtig, neue Methoden achtsam und langsam anzugehen, und deinen Körper und die Reaktion genau zu beobachten.

Du kannst zum Beispiel beginnen mit:

  1. Nasenatmung trainieren: tagsüber bewusst auf Mundatmung verzichten
  2. Leise, flache Atmung üben: wie ein sanftes Flüstern deines Atems
  3. Mini-Atempausen einbauen: nach dem Ausatmen ganz kurz innehalten
  4. Tägliche Übungseinheiten von 5 bis 10 Minuten: regelmäßig statt lang
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Fazit

Die Buteyko-Atmung ist ein kraftvolles Werkzeug, das du jederzeit bei dir hast. Sie kostet nichts, braucht keine Geräte, nur deine Aufmerksamkeit und Geduld. Gerade im Umgang mit Epilepsie kann sie ein stiller Helfer sein, der dir hilft, dich innerlich ruhiger und stärker zu fühlen.

Wenn du magst, teile gerne in den Kommentaren, ob du schon Erfahrungen mit Buteyko gemacht hast, oder ob du gerade anfängst.

Bleib ruhig. Bleib bei dir. Atme sanft.

Liebe Grüße

Sarah

Quellenangaben:

  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7845302/: the buteyko breathing technique
  • https://www.buteyko-deutschland.de/was-ist-buteyko/

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